Viele Einschränkungen durch Corona – aber auch neue Ideen

Einiges an Kreativität war gefordert, wenn man an die Arbeit für der KINDERHILFE e.V. in den letzten Monaten im Zeichen der Pandemie denkt. Wie funktioniert persönlicher Kontakt in Zeiten des Kontaktverbots?

Manche unserer Familien hatten sich aus berechtigter Angst um ihr schon durch Vorerkrankungen geschwächtes Kind einem viel schärferen „Lockdown“ unterworfen als die meisten anderen Bürger des Landes. Wer keinen eigenen Garten und kein eigenes Auto hatte, war wirklich gekniffen. Ein ängstlicher Gang zum Supermarkt, ein kurzer Spaziergang mit den Kindern (ohne Halt am Spielplatz) und möglichst ohne andere bekannte Kinder zu treffen, von denen man sie wieder davon zerren musste…

Am Anfang wurde natürlich erst Mal auch von unserer Seite viel telefoniert. Schnell wurde aber klar, es geht nicht ohne den persönlichen Kontakt von Angesicht zu Angesicht! Und wenn es drinnen nicht geht, dann eben draußen! Ein Gespräch an der Haustür, ein Hausbesuch auf dem Balkon, Geburtstagslieder zur Gitarre auf der Dachterrasse. Dann kam das erste Beratungsgespräch als Spaziergang. Das war eine echte Offenbarung! Schließlich mangelte es vielen sowieso an Bewegung und frischer Luft!

Von da an wurde viel gemeinsam spaziert und wir fragten uns, warum wir das nicht schon immer gemacht haben. Ein Gespräch kommt, wenn man selbst in Bewegung ist, oft auch schneller in Bewegung. Und man muss gar nicht immer etwas sagen, man kann ja einfach gemeinsam gehen. Zumal es auf manche große Frage keine schnelle Antwort gibt. Im Gehen kann man auch manches einfach mal Stehen lassen oder über die Antwort in Ruhe nachdenken. Die Erwartungshaltung des Gegenübers ist eine ganz andere, als wenn man sich gegenübersitzt und gezwungen ist, einander anzuschauen. Manches sagt sich draußen und ohne ständigen Blickkontakt viel leichter, eine Träne ist schneller wieder weggewischt und wenn einem etwas die Sprache verschlägt, dann ist man immer noch gemeinsam in Bewegung.

Den ganzen Sommer lang konnten wir uns ohne größere Umstände unter freiem Himmel begegnen, zum Glück auch wieder in Gruppen.

Für die kommende Zeit heißt es dann wohl: Zieht Euch warm an!